WHO IS HIGHLIFE ?
PRESSE / FEEDBACK
 
High Life in Ghana
22. Juni 2009 von Maximilian Theiss

Wenn ein mit Goldschmuck behangener, schwarzer Musiker über Geld spricht und behauptet, dass zum Überleben Geld genau so wichtig sei wie Blut, liegt der Gedankengang zum amerikanischen Hip-Hop oder zur Rapmusik sehr nahe. Dieses Statement des Musikers fällt zu Beginn des Dokumentarfilms „Who Is Highlife?“. Doch die Eingangsmusik, die daraufhin folgt, klingt nach allem bloß nicht nach anglo-amerikanischen Sprechgesang. Ein bisschen Reggae, ein bisschen Easy Listening, ein bisschen Karibik. Man sieht den Musiker durch eine afrikanische Großstadt streifen, der im Playback zu seinem Lied singt wie in einem Videoclip. Passanten stimmen spontan mit ein, singen und tanzen dazu.
Der Mann heißt Pat Thomas, der Ort, den er in seinem Musikclip zeigt, ist Accra, Hauptstadt von Ghana. 
In 105 Minuten möchte der Film die Frage beantworten, wer denn nun eigentlich dieser „Highlife“ ist. Für den gemeinen Mitteleuropäer, der seine Allgemeinbildung über Wikipedia bezieht, ist er eine afrikanische Musik- und Tanzrichtung, die Ende der Sechziger Jahre in Ghana das Licht der Welt erblickte und sich aus Elementen des Jazz, Calypso, Samba und Reggae speist. In der Theorie lässt sich Musik zwar mit schönen Worten, manchmal auch mit Wortungetümern klassifizieren, doch bleibt sie dabei stets abstrakt. Lässt man sich von Musik beschallen, verliert sie bereits einen Großteil Abstraktion und nimmt Formen an. Doch lässt sie sich auch dann noch nicht gänzlich begreifen. Man muss sich überdies auch der Schöpfer der Musik annehmen, deren kulturellen Hintergrund adaptieren.

Meist tut man dies unbewusst, indem man unwillkürlich mitsingt oder mittanzt, wenn man ein Lied hört. Man kann Musik auch bewusst begreifen, indem man sie selbst praktiziert. Je tiefer man dabei vordringt, desto persönlicher wird sie, bis sie letzten Endes zu einem Individuum, zu einer Person avanciert. Von daher hat der Film sich hohe Ziele gesteckt, wenn ihm die Frage, was denn Highlife sei, nicht genügt und nach dem Wer fragt. Auf dem Weg dorthin lässt der Fernsehfilm eine Vielzahl an ghanaischen Musikern zu Wort kommen. Dabei sprechen sie nicht nur über ihre Musik, sondern auch über ihr Leben, ihre Sehnsüchte, ihre Kultur. In diese Statements eingeschoben sind deren Lieder, meist im Playback eingespielt mit Sängern, die mit Mundbewegungen einen O-Ton zu simulieren versuchen. Diese Einspielungen tragen in ihrer Nicht-Perfektion den Charme von Video-Clips aus der ersten Generation von MTV, als man noch mit überschaubarem Budget die Musiker durch Disconebel und Pappmaché-Konstruktionen hat wandeln lassen.

Am Ende des Films mag die Frage, wer ”Highlife” ist, dem Zuschauer noch immer nicht geklärt sein, doch die unbeschwerte Musik und die wundervollen Aufnahmen einer fernen Welt, die der Film bietet, hinterlassen beim Zuschauer das Gefühl, in Highlife einen neuen Freund gefunden zu haben.

Autor: Maximilian Theiss











Julia Colangelo on Metro TV/Accra  
(Preview February 2009 in Accra)

I actually enjoyed the film. It was the perfect way for me really to capture all the enthusiasm of Ghana, all culture of Ghana into like two hours. Because it is portraying all my favorite things from the music, the beats, the dancing, the rhythm of the all around cultur and just everything was fantastic.


Adam S. Lave sagt: 
17. Juli 2009 um 13:44
What great filmpreview and what a fantastic song. Ghanian superstar Atongo Zimba is the best!


Yaboamah sagt: 
6. Juli 2009 um 09:47
Ein sehr schöner Film mit einer schönen Botschaft. Musik verbindet über alle Kulturen und Kontinente und öffnet den Geist für Neues.
Das Fest war einfach klasse!  (Musiker aus dem Film spielten LIVE)

A great film with a good message. Music combines all cultures and continents and gives new spirit. The Closing Night Party was First Class!   (Musicians participating in the film performed LIVE)
http://blog.filmfest-muenchen.de/?p=1108&cpage=1#comment-2998http://blog.filmfest-muenchen.de/?p=1108&cpage=1#comment-2905shapeimage_3_link_0shapeimage_3_link_1

9.ETHNOLOGISCHE FILMTAGE MÜNCHEN

Eröffnungsfilm am 9. Oktober 2009     Uhr 20.30  Kino Forum im Deutschen Museum

SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

MÜNCHEN KULTUR

9.10.2009




Misha0083 has made a comment on

WHO IS HIGHLIFE? Ghana Burger Highlife - Made in Germany

I really admire this lady dancing with Nana Asamoah in the very last track... I cant stop watching this video cos of the way she smiles... Can someone pleeeeeeeeaaaaaaaase tell me who she is????

 

Betreff: Re: Who is Highlife?

Datum: 26. Oktober 2009 17:30:43 MEZ


Anyway, und ich bleibe dabei: es ist ein fantastischer Film! Congratulations.


Peter Stepan

Goethe Institut

Burkina Faso/Ouagadougou

die DVD ist angekommen und hat bei mir und meinem Mann (Ghanaer) Freude und Begeisterung erzeugt. Es ist zum Einen schön, interessante Informationen über die Entstehung und Entwicklung des Highlife zu bekommen. Zum Anderen kommt so richtig viel authentische "Ghana-Atmosphäre" 'rüber - das ist Ihnen wirklich sehr gut gelungen!

Christine Widdel-Abban

DW-WORLD.DE

DEUTSCHE WELLE


WELTMUSIK | 15.06.2010

Burger Highlife: Ghana-Pop aus Deutschland

 



"Who is Highlife?" Mit dieser Frage und den Musikern, die diese Musik machen, beschäftigt sich der gleichnamige Film. Aber um es noch etwas komplizierter zu machen: Was ist Burger Highlife?

 


Man könnte Burger Highlife als eine Mischung aus Tradition und Heimweh, aus afrikanischer Musik und Technik `made in Germany´ bezeichnen. Highlife ist schon seit vielen Jahrzehnten die gängige Popmusik in Ghana. Doch in der Zeit der Militärregimes hatten nicht wenige Musiker ihre Lebensgrundlage verloren. Wegen der Ausgangssperren in Ghana fand ein Nachtleben quasi nicht mehr statt, und der Neustart der Musiker im kalten Europa bedeutete, dass sie versuchen mussten, hier in den Tanzlokalen und Clubs ihr Geld zu verdienen.


Gerorge Darko, Vertreter des Burger Highlife, arbeitet seit langem erfolgreich in Deutschland

Burger Highlife: kein musikalisches Fastfood

Als in den 70er und 80er Jahren immer mehr Musiker ins Exil nach Europa gingen, mussten sie neue Fans für ihre Musik finden. Mit dem Effekt, dass sie Disco und Funk, die in den 70er Jahren in deutschen Clubs den Ton angaben, in ihre Musik integrierten. In deutschen Tonstudios produzierten die Musiker aus Ghana, was heute als Burger Highlife eine eigene Stilrichtung ist. Die Legende will es so, dass der Zusatz "Burger" von den ghanaischen Landsleuten erfunden wurde. Die Neu-Berliner oder Neu-Hamburger waren für sie deutsche "Bürger". Und während in der Wahlheimat Deutschland von dieser Entwicklung nur die Fans afrikanischer Musik erfuhren, wurden die Songs in Ghana zu Hits und Burger Highlife ein neuer Stil.

Fusion aus drei Kontinenten

Schon Jahrzehnte davor hat sich Highlife entwickelt. Aus europäischen Harmonien und Instrumenten, die mit den Militärkapellen nach Afrika kamen, später auch mit Gitarren. Dazu kamen afrikanische Rhythmen und karibische Einflüsse. Truppen, die man auf den westindischen Inseln, der Heimat des Calypso, rekrutiert hatte, waren Ende des 19. Jahrhunderts in Westafrika stationiert. Was daraus entstand, war bald die Unterhaltungsmusik in Ghana, originär, offen für Veränderungen und eine Fusion, wie wir sie aus Nordamerika mit Blues und Jazz kennen. Die Musik blühte, als der erste Präsident des unabhängigen Ghana, Kwame Nkrumah, zu Staatsbesuchen mit einer Highlifeband reiste. Im Vielvölkerstaat Ghana mit seinen unterschiedlichen Sprachen und Stämmen, hatte die Musik eine einigende Wirkung.



Vom Big Band-Sound zum Discobeat

Immer schon spielte man diese Musik in den kleinen Kneipen, in denen der Palmwine ausgeschenkt wurde. Doch auch die Bigbands adaptierten den Stil. Dieter Matzka, der zusammen mit Wilma Kiener eine filmische Dokumentation namens "Who is Highlife?" gedreht hat und die Highlifemusiker, die nach Deutschland ausgewandert sind, portraitiert, weiß um die Bedeutung für die afrikanische Musikgeschichte. E.T. Mensah hatte eine der berühmtesten Big Bands. Man kann das von der Größenordnung mit Glenn Miller vergleichen. Diese Musik konnten sich aber nur die reichen Ghanaer leisten. Und die Armen standen draußen am Zaun zum Zuhören." Während die High Class tanzte, nannten die Zaungäste diese Musik "Highlife". Die Swing-Einflüsse, die im Zweiten Weltkrieg in Westafrika stationierte US-Truppen mitgebracht hatten, die Bläsersätze, sind Teil von Highlife. Man sagt, E.T. Mensah, einer der Helden des Highlife, tauschte unter dem Einfluss Louis Armstrongs sein Saxofon mit der Trompete.


Highlife-Experte und Musikwissenschaftler John Collins

Zu jedem Song ein Videoclip

Genauso selbstverständlich integrierten die Ghanaer in Deutschland Keyboards, Synthesizer und moderne Produktionsmethoden in ihre Bands. "Um das Publikum in Deutschland auf die Tanzfläche zu locken, haben wir Highlife mit Soul, Funk, Disco aufgepeppt", erinnert sich der Gitarrist und Sänger George Darko. Songs von ihm und anderen Stars der Szene wie Bob Fiscian oder Lee Dodou inspirierten Wilma Kiener und Dieter Matzka zu Musikclips mit Straßenszenen aus Ghana in ihrer Musik-Doku "Who is Highlife". Was nun genau die Burger Highlife-Musik von ihrem afrikanischen Original unterscheidet? "Die Basis ist und bleibt Highlife", meint Matzka, "also der Rhythmus. Doch Computer, Synthesizer und E-Gitarre kamen erst hierzulande in den Mix."

Nicht selten klingt die Burger Highlife Musik nach Urlaub am Palmenstrand. Was aber nur eine Seite ist: Denn gerade die "Burger" wissen, was es bedeutet, wenn jemand die Familie verlassen muss, um Geld zu verdienen, und wenn dieses Geld so wichtig ist, dass ein Song von Pat Thomas "Money is Blood" heißt. Die Sehnsucht nach Afrika ist der Treibstoff für diese Musik. Inzwischen leben viele der Burger-Musiker in zwei Welten: in Europa und Afrika. Denn dort sind sie mit ihrer Musik eigentlich zuhause.

Autorin: Renate Heilmeier
Redaktion: Matthias Klaus

 

I really enjoyed watching it. Especially the entertaining and informative interviews and the beautiful scenes of Ghana!


Martin van Alst, hippo records (nl)

24.08.2010
Ich weiß von welchem Film Sie sprechen – er wurde uns im Rahmen der Goethe-DVD-Editionen zugeschickt und da ich selbst ein großer Highlife-Fan bin, habe ich ihn mir natürlich gleich angesehen. Ein großartiger Film! Herzlichen Glückwunsch!
Mit herzlichen Grüßen aus Shanghai,
Magdalena Assmann