Der unabhängige Dokumentarfilm -  die nächsten hundert Jahre

 

 

Erstmalig für Europa fordert dieser Kongress Filmschaffende, ihre Auftraggeber und Förderer auf, sich über Tendenzen, Grenzen und Möglichkeiten des dokumentarischen Films im Medienzeitalter auszutauschen. Drei Tage vor dem Internationalen Münchner Filmfest 1999 trifft sich die Dokumentarfilmszene aus Europa und Übersee im Literaturhaus München. Die Kongresssprache wird Deutsch-Englisch (eventuell auch Französisch oder Spanisch) sein.

Der dokumentarische Film erlebt weltweit einen explosionsartigen Aufschwung. Es gibt so viele DokumentarfilmerInnen wie nie zuvor, der Hunger des Publikums nach dokumentarischen Bildern wächst täglich. Endlich wird der Dokumentarfilm wieder geliebt. Chancen und Schattenseiten dieses Booms will der Kongress erfassen. Die Orientierung an den Programmstrukturen, den Quoten, am TV-Markt übt einen tiefgreifenden Einfluss auf die Entwicklung des dokumentarischen Genres aus. Und so mancher fragt sich “Boom? Haben wir Boom?”, oder auch “Oh Gott, gibt es Nebenwirkungen? Auch hier?”.

Das Genre Dokumentarfilm zu feiern und gleichzeitig die Realität des dokumentarischen Schaffens zu überprüfen sind deshalb die Brennpunkte des Münchner Kongresses. Es geht nicht darum, gegen die Zeichen der Zeit anzukämpfen. Dieser Kongress will die Welt des Dokumentarfilms für drei Tage lediglich vom Kopf auf die Füße stellen: Ohne die Kreativen gäbe es keine Programme. Was sind die Interessen der unabhängigen FilmautorInnen, der freien ProduzentInnen, der Kamera/Ton/Schnittleute? Welche Ziele, Pläne, Strategien haben sie für den internationalen Kino- und Fernsehmarkt entwickelt? Wie werden ihre Leistungen eingeschätzt- in den Diskussionen, in den Kalkulationen? Und was heißt “unabhängig”? 

Der Europäische Münchner Dokumentarfilmkongress will

- Treffpunkt sein für die Standpunkte und Erfahrungen der Kreativen im Dokumentarfilmschaffen

- gemeinsam mit Auftraggebern, Förderern und Vertretern der Medien- und Kulturpolitiknach Wegen suchen, um die Vitalität, Vielfalt und Unabhängigkeit des dokumentarischenGenres zu stärken

- Schwerpunkt auf die Themen “Der internationale Markt”, “Alternative Verwertungsformen”, “Urheberrecht und Lizenzen”, ”Technische Innovationen” legen.

Dazu wird das Programm international ausgerichtet und für ein breites Spektrum an nicht-fiktionalen Formen offen sein: den abendfüllenden Kinofilm, Reportagen, Doku-Dramen, Wildlife Programme, den avantgardistischen Kurzfilm usw.

Die entscheidenden Fragen sind: Wer wird in Zukunft über die Produktion und den Vertrieb der Filme (Programme) entscheiden? Wer wird die Filme finanzieren? Was wird bezahlt? Was geschieht mit den Rechten? Wie steht es um die Offenheit gegenüber unkonventionellen Filmen / Themen / Längen / Standpunkten in den Fernsehanstalten? Ist die Meinungsfreiheit im Fernsehen noch gegeben? Wie kann das dokumentarische Genre befreit werden von dem Vorurteil langweilig, lehrhaft und elitär zu sein?

 

“Zeigen, wie die Rose duftet” - was der große Filmerzähler Robert Flaherty (1884-1951) seine Schüler über Dokumentarfilm lehrte, bleibt auch heute noch der Anspruch des Genres.


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